Das Projekt Chance für junge Mütter - Zielgruppen und Schwerpunkte der inhaltlichen Arbeit
Zielgruppen und konzeptioneller Rahmen
Das Projekt „Chance für junge Mütter“ wendet sich an vorwiegend allein erziehende Frauen mit kleinen Kindern sowie schwangere Frauen, die aus verschiedenen Motivationen heraus ein Interesse daran haben, ihre Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen zu überwinden. Sie wünschen sich finanzielle Unabhängigkeit und gesellschaftliche Anerkennung über eine Erwerbsarbeit.
Im Vordergrund der Arbeit steht ein ganzheitlicher, an der Lebenssituation der Mütter orientierter Ansatz. Durch die Vernetzung intensiver sozialpädagogischer Betreuung, Unterstützung bei der beruflichen Orientierung und individueller Qualifizierungsangebote wird eine bestmögliche Hilfestellung für eine langfristige Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gegeben. Je nach Ausgangssituation der Frauen müssen insbesondere zu Beginn der Projektzeit stärkere Akzente im Bereich psychosozialer Hilfen gesetzt werden, die dann ein wichtiges Fundament bilden für die späteren Integrationserfolge. Durch die ganz individuelle Hilfestellung „aus einer Hand“ kann eine große Lücke im Flensburger Angebotsspektrum geschlossen werden.
Ein wichtiger Baustein ist die im Projekt professionell angebotene Kinderbetreuung für Kinder insbesondere unter 3 Jahren mit dem Anspruch einer gezielten und individuellen Förderung der Kinder. Dabei legen wir großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit ErgotherapeutenInnen, KrankengymnastenInnen, der Frühförderung, der Erziehungsberatung oder der Ernährungsberatungum sowie die kontinuierliche Weiterbildung der KollegenInnen. Damit leisten wir auch einen Beitrag zur Verbesserung der häufig beeinträchtigten Mutter-Kind-Beziehung und können Entwicklungsdefizite der Kinder rechtzeitig erkennen und helfen, diese zu beheben.
Unter Berücksichtigung der aktuellen Lebenssituation wird mit jeder Frau ein individuelles Beratungs- und Qualifizierungspaket erarbeitet und langfristig umgesetzt. Hierbei ist eine enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Leistungsträgern, frauenspezifischen Organisationen und Beratungsstellen, ÄrztenInnen, der Schuldnerberatungsstelle, der Verbraucherzentrale etc. selbstverständlich.
Die Richtigkeit der Annahme, dass eine Integration allein erziehender Mütter in den Arbeitsmarkt in engem Zusammenhang steht mit einer Stabilisierung in möglichst vielen Lebensbereichen hat sich in der Vergangenheit deutlich in der Vermittlungsquote in Schule, Ausbildung oder Arbeit gezeigt. Eine Querschnittsuntersuchung über drei Jahre hat ergeben, dass ca. 50 % der Frauen auch langfristig nicht mehr im Bezug staatlicher Transferleistungen gewesen sind. Die positiven Arbeitsergebnisse wurden darüber hinaus durch zwei externe wissenschaftliche Evaluationen bestätigt.
Inhaltliche Schwerpunkte der zielgruppenspezifischen Arbeit
- Einführungs- und Stabilisierungsphase von ca. 6 Wochen (Variationsmöglichkeiten je nach individueller Voraussetzung).
- Integration der Teilnehmerinnen in Berufspraxis als Teilzeitangebot (je nach individuellem Förderbedarf).
- Psychosoziale und sozialpädagogische Begleitung der Frauen.
- Aufbau eines Organisationsnetzwerkes zur Kinderbetreuung; hausinterne Kinderbetreuung für Kinder unter 3 Jahren.
- Berufswegeplanung mit dem Ziel der beruflichen Integration über Praktika im 1. Arbeitsmarkt sowie Praxiseinsätze im 2. Arbeitsmarkt.
- Interne Qualifizierung durch qualifizierte Lehrkräfte (Aufarbeitung schulischer Inhalte, Nachholen des Hauptschulabschlusses, Vorbereitung auf weiter führende Schulen sowie die Berufsschule, Bewerbungstraining, soziale Gruppenangebote etc.).
- Externe Qualifizierung in Abstimmung mit den Integrationsfachkräften des jobcenter Flensburg.
Rahmenbedingungen
Platzzahl: 30
Dauer der Teilnahme
Die Regelteilnahme soll 12 Monate betragen. Je nach Integrationsziel und in Absprache mit den zuständigen Integrationsfachkräften kann die Verweildauer im Projekt verlängert werden.
Wochenarbeitszeit
Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit beträgt 20 Stunden. Je nach Integrationsstatus kann diese variiert werden. So muss sich z. B. die Praktikumszeit auch nach den Erfordernissen des realen Arbeitsplatzes richten.
Ansprechpartnerinnen
Ingrid Brodersen
Karin Schatzmann
Meike Lorenz, Bianka Ernst (Kinderkrippe)
Projektadresse
Chance für junge Mütter
Schiffbrücke 50
24939 Flensburg
Telefon: 0461 1503.350 (Ingrid Brodersen)
Telefon:
0461 1503.314 (Karin Schatzmann)
Fax: 0461 1503.223
i.brodersen@bequa.de
k.schatzmann@bequa.de
Kinderkrippe: Norderfischerstraße 4, 24939 Flensburg
(Telefon:0461 1503.351, Fax: 0461 1503.200)
Gefördert durch
- jobcenter Flensburg